Männlichkeitsforschung

Seit 2005 veranstalten wir in Kooperation mit dem FraGes-Verein Leipzig e.V. eine Tagung im Bereich der Männer- bzw. Männlichkeitsforschung als wesentlicher und oft zu wenig berücksichtigter Teil der Geschlechterforschung.

Dabei nahmen wir den Welttag des Mannes am 3. November zum Anlass. Seit der 2014 stattgefundenen Tagung möchten wir ab sofort auf den Internationalen Tag des Mannes am 19. November verweisen.

Tagung 2017: Zur Kritischen Intersektionalen Männlichkeitsforschung

Migration und Männlichkeit(en) – Aktuelle Debatten der Kritischen Intersektionalen Männlichkeitsforschung

Tagung

Tagungsprogramm und  Abstracts

18.11.2017, 10 - 18 Uhr
Bibliotheca Albertina, Beethovenstr. 6, 04107 Leipzig

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Die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in Europa werden derzeit spürbar von Diskursen über Geflüchtete, Migrant_innen, Zuwanderung und Multikulturalität bestimmt. Migrationsphänomene konstituieren dabei die soziale, kulturelle und politische „Wirklichkeit“ Europas und diese „Wirklichkeiten“ bedingen wiederum die Verhandlung und (Re)Konstruktion von Geschlechterverhältnissen.
Für die Kritische Männlichkeits- und Migrationsforschung bedeutet dies, sich mit neuen Phänomenen der Konstituierung und Subjektivierung von Männlichkeit(en) auseinanderzusetzen.
Insbesondere Bilder des „Fremden“ und „Anderen“ bestimmen Debatten um Männlichkeit(en) im Kontext von Migrationsphänomenen, weshalb es notwendig erscheint, Diskurse über „kulturelle Differenz“, Männlichkeiten und Ungleichheit theoretisch aufzugreifen und die spezifische intersektionale Produktion „migrantischer“ Männlichkeit in den Blick zu nehmen.
Die Tagung möchte intersektionale Forschungsperspektiven auf Männlichkeit(en) eröffnen und im Kontext des Bezugs zur Migrationsgesellschaft in theoretischen als auch empirischen Annäherungen  der Frage nach der Konstruktion und Marginalisierung von Männlichkeit(en) nachgehen.
Zudem soll ein Bezug zur Praxis von Initiativen und Selbstorganisationen hergestellt werden, um Einblicke in ermächtigende Handlungsperspektiven im Umgang mit interdependenten Diskriminierungspraxen zu geben.

Hier gelangen Sie zum Tagungsprogramm.

Der Eintritt ist frei und die Tagung bedarf keiner Anmeldung.

Kontakt für Konferenzorganisation und Rückfragen:

Lisa König: frages@uni-leipzig.de

facebook: https://www.facebook.com/events/253078845214969

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Referent_innen:

Prof. Dr. Urmila Goel
(HU Berlin): „Zur Komplexität der Verschränkungen zwischen Intersektionalität, Postolonialität und Migration“ (AT)

Dr. Paul Scheibelhofer (Universität Innsbruck): "Der fremd-gemachte Mann? Migrations-, Rassismus- und Männlichkeitsforschung zusammendenken"

Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß (HS Merseburg): „Kommentar zum Männergesundheitsbericht“ (AT)

Prof. Dr. Andreas Bock (Akkon-Hochschule Berlin): „“Terrorist, Krimineller, Vergewaltiger“ Wie das Image vom „männlichen Flüchtling“ konstruiert und reproduziert wird“

Mart Busche (ASH Berlin): „Adoleszente Männlichkeiten im Kontext von Gewalt- und
Vulnerabilitätserfahrungen“

Rebecca Knecht (Hochschule Rhein-Waal): „Zugehörigkeit denken. Männlichkeitskonzeptionen
im Bereich der Jugendhilfe mit jungen Geflüchteten"

Sabine Gabriel (MLU Halle): „Zum Verhältnis von Erfahrung und Deutung. Kontext- und biografie-verstehende Analyse am Bsp. von Geschlechtsrolle und Herkunft in Narrationen Balletttanzender“

Özcan Karadeniz (Verband binationaler Familien und Partnerschaften): „Perspektiven auf Väter mit Migrationsgeschichte“ (AT)

Dr. Michael Tunç (Hochschule Darmstadt): „Männlichkeit, Väterlichkeit und Migration aus Sicht von Theorie und Praxis: Transformationen durch Empowerment und Care-Arbeit“

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letzte Änderung: 13.11.2017